Patientenverfügung

Eine gute Sache für den schlechtesten Fall

Es ist ein Horror-Szenario, das leider immer wieder traurige Realität wird. Stellen Sie sich vor, Sie verunfallen auf dem Weg nach Hause schwer. Sie werden ins Spital eingeliefert. Zwar sind Sie noch am Leben, doch Sie können sich nicht mehr äussern – werden künstlich am Leben gehalten. Niemand weiss, wie es weitergeht. Werden Sie je wieder das Bewusstsein erlangen? Und wenn ja: Werden Sie je wieder ein Leben führen können, das Sie persönlich als lebenswert erachten? Ärztinnen und Ärzte sind grundsätzlich dazu verpflichtet, alles zu tun, was medizinisch möglich ist, um Sie am Leben zu halten. Vor der grössten Belastungsprobe stehen in dieser Situation Ihre engsten Angehörigen. Denn letztlich müssen sie entscheiden, was nun mit Ihnen passieren soll. Und natürlich möchten sie in ihrem Sinne handeln. Nur: wie?

Mit einer Patientenverfügung können Sie diese Situation entschärfen. Denn mit diesem Dokument stellen Sie sicher, dass Ihr persönlicher Wille hinsichtlich medizinischer Massnahmen berücksichtigt wird, auch wenn Sie sich selbst nicht mehr äussern können oder wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind. Sie können damit nicht den emotionalen Schmerz lindern, dem die Angehörigen an ihrem Krankenbett ausgesetzt sind. Sie bürden ihnen aber nicht auch noch die schwere Last auf, in Ihrem Namen über Leben oder Tod entscheiden zu müssen. 

Seit Juni 2015 liegt die Patientenverfügung der Schweizerischen Ärztevereinigung FMH in einer überarbeiteten Version vor. Sie wurde unter anderem an die Bedürfnisse des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechtes angepasst. Selbstverständlich sind aber auch Patientenverfügungen, die vor diesem Datum ausgefüllt wurden, immer noch gültig. Wichtig ist, dass Ihre Patientenverfügung im Ernstfall auch wirklich beachtet wird. Nachfolgend einige Ratschläge dazu.

Verfassen der Patientenverfügung
Jede urteilsfähige Person kann eine Patientenverfügung verfassen. Das Erstellen einer Patientenverfügung ist ein höchstpersönliches Recht: Es ist ausgeschlossen, eine Patientenverfügung für eine andere Person zu verfassen.

Aufbewahren der Patientenverfügung
Übergeben Sie eine Kopie der Patientenverfügung Ihrem behandelnden Arzt sowie Ihren Vertretungspersonen, jenen Personen also, die Sie im Dokument aufgeführt haben. Tragen Sie die Hinweiskarte mit den Angaben zur Vertretungsperson sowie zum Aufbewahrungsort der Patientenverfügung stets in Ihrem Portemonnaie.

Gültigkeit der Patientenverfügung
Jede Patientenverfügung muss das Erstellungsdatum sowie Ihre Unterschrift enthalten. Die Patientenverfügung ist grundsätzlich unbeschränkt gültig. Es empfiehlt sich jedoch, die Patientenverfügung alle zwei Jahre neu zu datieren und zu unterschreiben, oder – wenn der Inhalt angepasst werden soll – gänzlich neu zu verfassen.

 

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auf der Website der FMH. Hier finden sich auch verschiedene Patientenverfügungen zum Ausdrucken und selber Ausfüllen.